Das im Südosten des Valois gelegene Multien-Tal ist ein Gebiet reich an Geschichte und idyllischen Landschaften. Dieses Plateau, das seit langem als „Kornkammer von Paris“ bezeichnet wird, erstreckt sich über die Grenzen von Seine-et-Marne und Oise hinaus und bietet eine einzigartige Naturkulisse zwischen Tälern, Flüssen und malerischen Dörfern.

Das Multien-Tal im Südosten des Valois hat römische Ursprünge und hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt.

Historisch war es von der Stadt Meaux abhängig und unter dem Ancien Régime wurden seine Gebiete von Meaux, Soissons und Crépy-en-Valois verwaltet.

Mit der Französischen Revolution verlor das Multien jedoch seine administrative Einheit und seine Gemeinden sind heute auf diese beiden Departements verteilt.

Multien ist eine traditionelle Region des Pariser Beckens, Teil der Naturregion Île-de-France. Es liegt zwischen Haute-Brie und Valois nördlich von Meaux und ist durch reiche Agrarlandschaften gekennzeichnet. Das Tal ist mit Weizenfeldern, Wiesen, Sümpfen und Pappelhainen übersät und bietet eine idyllische Umgebung, die sich ideal zum Wandern eignet.

Die Flüsse, die durch das Tal fließen, insbesondere die Ourcq und die Marne, verleihen diesem Bild eine dynamische Dimension. Sie begrenzen den Multien an seiner Ost- und Südflanke und bilden so eine natürliche Grenze. Zusätzlich zu diesen Hauptflüssen durchziehen drei kleine Flüsse, die Grivette, die Gergogne und die Thérouanne, das Plateau und speisen die künstlichen Teiche, die die Landschaft prägen und früher den alten hydraulischen Mühlen dienten.

Der etwa 20 Kilometer lange Fluss Ourcq spielt eine zentrale Rolle in der Hydrologie des Multien. Er entspringt in der Oise und mündet bei Lizy-sur-Ourcq in die Marne. Der Ourcq-Kanal, dessen Bau 1802 begann, um Paris mit Wasser zu versorgen, folgt derselben Route und hat den lokalen Handel und die Industrie gefördert.

Umgeben von bezaubernden Landschaften beherbergt das Ourcq eine vielfältige Artenvielfalt. Die Brunnenkressebeete entlang der Gergogne zeugen vom Reichtum der natürlichen Ressourcen und ziehen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an.